Heartbeast Article 2

HEARTBEAST IM SENEGAL PT.2

12/02/2013

Am 6.2. sind wir morgens also nach Dakar gefahren, einer Stadt, die wie die meisten Hauptstädte äußerst belebt und unübersichtlich ist. Unglaublich viel Verkehr! Wir haben Moussa Circe Dia getroffen, dem Ansprechpartner von Africulturban, einem Kulturzentrum nahe Dakar. Moussa organisiert zwei unserer Konzerte hier und kümmert sich um die Promotion. Außerdem haben wir uns im Goethe Institut vorgestellt. Blieb immer noch das Problem mit der PA ohne die wir nicht Proben konnten. Das Goethe Institut hätte uns ihre geliehen, allerdings nicht am selben Tag und wir können es uns nicht leisten jeden Tag nach Dakar zu fahren, das kostet nämlich umgerechnet ca. 50 Euro Benzingeld. Unser Fahrer Ousmane schlug vor, einen Freund von sich zu besuchen, der selber Musiker ist und einen Haufen Equipment hat, von dem er uns bestimmt etwas leihen könnte. Vorher haben wir allerdings einen Korabaumeister besucht, den Mann von einer von Jantos Tanten. Die Kora ist ein Saiteninstrument mit langem Hals und einem Korpus der aus einer riesigen Kürbishälfte besteht, die mit Kuhhaut bespannt ist und deren Klang an den einer Harfe erinnert. Die Söhne des Korabauers beherrschen beide das Instrument. Boubacar, einer von ihnen war vier Jahre in Hamburg und versuchte dort als Koraspieler Karriere zu machen. Er hat im gleichen Stadtteil gelebt wie ich und wir kennen die gleichen Leute. Wir saßen also in einer Ein-Zimmer-Wohnung in Dakar, bei einem köstlichen Erdnusssoßen-Gericht und Boubacar erzählte uns auf deutsch von den Schwierigkeiten, die er als senegalesischer Musiker in Deutschland hatte. Von Klischees und Weltmusik und von der Strenge und der klaren Rollenverteilung in seiner senegalesischen Familie. Er wirkte sehr reflektiert und leider auch sehr resigniert. Wir verabschiedeten uns schließlich und verabredeten uns lose fürs nächste Wochenende, um eine paar Aufnahmen zu machen. Die Suche nach geeigneten Boxen führte uns diesmal durch ein Marmortreppenhaus in eine ziemlich luxuriöse Wohnung. Der Besitzer und besagter Freund unseres Fahrers führte uns in ein Wohnzimmer das mit einer knallorangenen Leder-Couch-Garnitur ausgestattet war, in der man beim Hineinsetzen fast vollständig verschwand. Auf einem Flachbildschirm lief stumm ein Fußballspiel und auf einem großen Mac schaute er sich mit seiner Frau gerade sein eigenes Konzert an. Wir setzten uns kurz und erklärten was wir wollten. Seine Frau starrte mir dabei die ganze Zeit auf die Füße, die nach dem langen Tag zugegebenermaßen ziemlich verstaubt waren. Nun gut, der Hausherr schlüpfte in seine roten Wildleder Lacoste Slipper und wir fuhren wieder Auto. Diesmal zu seinem Equipmentlager. Dort angekommen räumten vier junge Männer Unmengen an Zeug aus einem Raum. Boxen, Verstärker, ein paar Schlagzeuge usw. Wir fanden was wir suchten und konnten nach einer ziemlich langwierigen und ermüdenden Diskussion einen Preis fürs Leihen aushandeln, der zwar immer noch hoch, aber noch bezahlbar war. Nichts ist umsonst und für Ausländer ist alles doppelt so teuer. Später erfuhren wir, dass der Preis, den wir bezahlt haben mehr als in Ordnung war. Derartige Technik ist hier einfach selten und dementsprechend wertvoll… Gestern konnte also die erste Heartbeast-Probe im Senegal stattfinden, auf dem Dach des Hauses, das hat schon was… Heute werden wir wieder proben, zusammen mit zwei Trommlern. Ihr seht, es geht voran! Anbei noch zwei Videos von unseren ersten Proben für das Konzert und die Aufnahmen.

Probe:

Aufnahme

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